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Familiensportwoche: Alte Erinnerungen und ein neues Kreuz

Philipp Roos am 12.08.2021

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Die DJK-Familiensportwoche ist seit einem Vierteljahrhundert eine Institution im Jahreskalender des katholischen Sportverbands. Aus einer Familiensportwoche wurden wegen Corona dieses Jahr zwei Familiensportwochen, um die Teilnehmerzahl zu entzerren. Vergnüglich war es trotzdem.

Die traum­haf­te Lage, das schö­ne Wet­ter — und über­haupt Bel­la Aus­tria”: Kein Wun­der, dass die inter­na­tio­na­le Fami­li­en­sport­wo­che in Weyregg am Atters­see (Salz­kam­mer­gut) ein Fix­punkt der DJK ist. Die baye­risch-ober­ös­ter­rei­chi­sche Kopro­duk­ti­on der Diö­ze­san­s­port­ge­mein­schaft Linz und des DJK-Diö­ze­san­s­port­ver­bands Pas­sau hat ihren Ursprung in den Jah­ren des Falls des Eiser­nen Vor­hangs“. Erklär­tes Ziel war, Kon­tak­te mit den katho­li­schen Sport­ver­bän­den in Tsche­chi­en zu schlie­ßen. Jedes Jahr soll­te die Sport­wo­che in einem ande­ren Land statt­fin­den. So fand die Ver­an­stal­tung 1995 in Kubo­va Hut in Tsche­chi­en und 1996 in Kirch­ham bei Pas­sau statt. Doch schon 1997 kris­tal­li­siert sich der Atter­see als per­ma­nen­tes Ziel her­aus. Das unschlag­ba­re Ambi­en­te am DSG-Cam­ping­platz, die idea­le Lage und die vie­len Sport­mög­lich­kei­ten rund um den Atter­see gaben dazu den Ausschlag. 

Lei­der hat sich die Grup­pe um Josef Hes aus der Diö­ze­se Bud­weis nach weni­gen Jah­ren wie­der auf­ge­löst. Umso grö­ßer ist die Freu­de dar­über, dass der Libe­re­cer Zde­nek Gla­ser samt fami­liä­ren Anhang seit Beginn an mit dabei ist und die tsche­chi­sche Fah­ne hoch­hält – auch wie­der im Jahr 2021. So wie Zde­nek Gla­ser, so sind vie­le Teil­neh­mer schon von Anfang an dabei. Mitt­ler­wei­le sind aus man­chen Eltern Groß­el­tern gewor­den, die nun mit ihren Enkel­kin­dern und erwach­se­nen Kin­dern zu die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Woche kommen. 

Mit­or­ga­ni­sa­tor und Leicht­ath­le­tik-Fach­wart des Pas­sau­er Diö­ze­san­ver­bands, Sieg­fried Kap­fer, fährt selbst mit sei­ner Fami­lie seit 25 Jah­ren an den Atter­see und war auch in die­sem Jahr wie­der mit von der Par­tie. Er for­mu­liert den Geist von Weyregg“ so: Man sieht sich ein gan­zes Jahr nicht. Aber wenn sich die Leu­te wie­der tref­fen, ist es so, als wäre unser Abschied erst ges­tern gewe­sen. Es ist eine ganz beson­de­re Gemein­schaft ent­stan­den, die ich nicht mis­sen möch­te. Und natür­lich gibt es in 25 Jah­ren auch vie­le schö­ne Momen­te zu erle­ben, die man nicht mehr ver­gisst.“ Die beschei­de­nen Anfän­ge sind mit den heu­ti­gen Bedin­gun­gen kaum mehr zu ver­glei­chen. Ins­be­son­de­re die Sanie­run­gen der Bade­hüt­te und des Bun­ga­lows haben das Ant­litz der Anla­ge ent­schei­dend auf­ge­wer­tet. Aber dadurch hat sie nichts von ihrer Ursprüng­lich­keit ein­ge­büßt“, macht Kap­fer deutlich.

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Die DSG-Anla­ge ver­fügt über einen eige­nen Bade­strand mit zwei Ste­gen und einem schö­nen Kreuz zum Inne­hal­ten, ein Sani­tär­ge­bäu­de, einen Fuß­ball­platz und einen Bun­ga­low mit Küche und Aufenthaltsraum.

Die Fami­li­en­sport­wo­che wird haupt­ver­ant­wort­lich von Ger­da Eiben­stei­ner und Chris­ti­an Zoidl von der DSG Ober­ös­ter­reich orga­ni­siert. Sie sind sozu­sa­gen die Haus­her­ren und küm­mern sich um den rei­bungs­lo­sen Ablauf vor Ort, gera­de auch hin­sicht­lich Coro­na und der Umset­zung des Hygie­nekon­zepts. Eiben­stei­ner hat sogar ein eige­nes Koch­buch für die Fami­li­en­ta­ge geschrie­ben. Das kommt nicht von unge­fähr: Für 100 bis 140 Per­so­nen braucht man eine gro­ße Men­ge an Lebens­mit­teln und Sani­tär­ar­ti­keln, pro Woche bis zu 300 Kilo Gemü­se, 100 Kilo Fleisch, 500 Sem­meln und 120 Weiß­würs­te (die tra­di­tio­nell aus Pas­sau mit­ge­nom­men wer­den). Das wich­ti­ge ist dabei, dass genau die Men­gen gekocht wer­den, die gebraucht wer­den. Dafür braucht man ein super Küchen­team, das wir zum Glück haben“, sagt Eiben­stei­ner, die heu­er Zeu­gin eines ganz beson­de­ren Atter­see-Moments gewor­den ist. Das alte, morsch gewor­de­ne Kreuz als das Wahr­zei­chen des Cam­ping­plat­zes wur­de in einer Gemein­schafts­ak­ti­on durch ein neu­es ersetzt. Vom ört­li­chen Bau­ern wur­den zwei Rund­lin­ge aus Holz kur­zer­hand zu einem Kreuz zusam­men­ge­zim­mert und am bewähr­ten Platz zwi­schen den zwei Ste­gen wie­der auf­ge­stellt. Ein Moment mit viel Sym­bo­lik. Denn: Der unver­wech­sel­ba­re Cha­rak­ter der Fami­li­en­sport­wo­che offen­bart sich auch in der Ver­bin­dung zwi­schen Sport, Gemein­schaft und Glau­bens­pfle­ge. Die DJK ist ja nicht nur ein klas­si­scher Sport­ver­band. Wir sehen immer den gesam­ten Men­schen und schau­en, dass es ihm gut geht und er sich ange­nom­men fühlt“, sagt Sieg­fried Kap­fer. Des­we­gen sol­len bei aller erwünsch­ten indi­vi­du­el­len Tages­pla­nung auch immer gemein­schaft­li­che Ele­men­te ein­ge­streut wer­den, die letz­ten Endes gemein­schafts­stif­tend sind und die Men­schen mit­ein­an­der in Ver­bin­dung brin­gen – egal ob beim Berg­wan­dern, Spor­teln, Musi­zie­ren oder beim Got­tes­dienst. Der fin­det — zele­briert von Chris­ti­an Zoidl, dem Prä­si­den­ten der DSG Ober­ös­ter­reich — oft vor der traum­haf­ten Kulis­se des Atter­sees statt. Und neu­er­dings auch vor einem wun­der­schö­nen neu­en Kreuz…

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Das alte, morsch gewor­de­ne Kreuz als das Wahr­zei­chen des Cam­ping­plat­zes wur­de die­ses Jahr in einer Gemein­schafts­ak­ti­on durch ein neu­es ersetzt.